
War Wind: der Verdacht, dass Warcraft 3 seine Helden abgekupfert hat
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Dieselbe Einheit, die zu einem Gebäude läuft, um ihren Rangaufstieg zu holen, bringt den einen Spieler dazu, dem Spiel die Treue zu schwören, und den anderen, schon auf der ersten Karte aufzugeben.
Zwei Rezensionen, derselbe Verdacht zu Warcraft 3
Zwei Rezensionen, in verschiedenen Jahren verfasst, kommen zu demselben Verdacht über War Wind: dass Warcraft 3 sich die Idee von Helden abgeschaut hat, die im Kampf im Rang aufsteigen. Wer am 21. August 2016 schrieb, erinnert daran, dass das Spiel etwa zur selben Zeit wie Command & Conquer erschien, und beklagt, dass die ganze Aufmerksamkeit dem Nachfolger von Dune 2 galt und dabei liegen blieb, was nach den Worten dieser Person später zur Grundlage von Blizzards gesamter Wirtschaft werden sollte. Die Rezension vom 2. November 2018 kommt gleich zur Sache: Sie stellt die Helden und Anführer von War Wind denen aus Warcraft 3 gegenüber und äußert die Überzeugung, das eine habe das andere inspiriert. Der Store-Eintrag datiert den Einzug in den Katalog auf den 18. August 2016.
Die Welt, die diese Leute gespielt haben, heißt Yavain: ein fremder Planet am Rande des Bürgerkriegs, auf dem sich vier Völker seit Jahrhunderten mit Mühe denselben Raum teilen. Man wählt eines dieser Völker und sieht den Konflikt durch seine Augen — jedes mit eigenen Stärken, Schwächen und einer eigenen Art, unter der Steuerung des Computers zu reagieren. Es gibt 28 fertige Szenarien, dazu einen Editor, mit dem sich Schlachten und Karten von Grund auf bauen lassen, verantwortet von DreamForge Intertainment und vertrieben von SNEG.
Zwischen zwei Einsätzen lassen sich die 8 Lieblingseinheiten aus einem Szenario ins nächste mitnehmen, und jede Einheit steigt mit dem Training im Rang — dazu gehören verdeckte Bewegung, durch Mechanismen verstärkte Kreaturen und Monster. Der Sieg hängt nicht allein am Kampf: Einen Krieg gewinnt man auch, indem man Zauber wirkt oder Bündnisse schließt, und das auf dem Feld erworbene Ansehen zieht umherziehende Helden an, die die Truppen verstärken. Es ist dieses System — ein Held, der wächst, eine Stärke, die weitere Stärke anzieht —, das zwei Menschen Jahre später mit dem Finger auf Warcraft 3 zeigen lässt.
Leute, die die Sprüche der Helden bis heute im Kopf haben
Nur wenige haben im Store über War Wind geschrieben, doch wer auftaucht, schlägt stets in dieselbe Kerbe. Die Rezension vom 21. August 2016, kurz nach dem Einzug des Spiels in den Katalog verfasst, erzählt, ihr Autor habe die Petition unterschrieben, den Titel zurückzuholen, und verspricht, ihn bei nächster Gelegenheit erneut zu kaufen. Jahre später, am 27. August 2021, erinnert sich eine andere Person daran, das Spiel als Kind vom Onkel geschenkt bekommen und stundenlang gegen den Computer gespielt zu haben, und sagt, sie habe die Sprüche der Helden nach all den Jahren immer noch im Kopf. Wer am 12. November 2019 schrieb, nennt es einen vergessenen Fund: Die vier Kampagnen ähneln sich mit der Zeit, doch jedes Volk trägt eine eigene Philosophie in sich — und das genügt dieser Person schon, um das Spiel zu starten.
Dieselben Leute, die es loben, benennen auch, wo es einen hohen Preis fordert. Die Rezension vom 2. November 2018 ist das deutlichste Beispiel: Sie weist auf die Ähnlichkeit zwischen den Helden und Anführern von War Wind und denen aus Warcraft 3 hin, warnt aber, dass bei 50 Kriegern auf dem Feld jeder Rangaufstieg eine Forschung verlangt, die Einheit für Einheit erfolgt — man schickt eine nach der anderen zum richtigen Gebäude, ohne Abkürzung. Die Rezension vom 20. Juni 2017 fügt eine weitere Klage hinzu: Die neuere Version hat den Befehl gestrichen, einen Zauber im Verbund zu wirken, und wer zaubern will, muss die Magier einzeln anwählen.
Dieselbe Idee, zum Ärgernis geworden
Was die eine Rezension als Neuerung bezeichnet, nennt die andere ein Ärgernis. Die Rezension vom 25. Juni 2017 zielt genau auf den Befehl je Einheit: Zum Forschen oder Heilen öffnet man kein Menü, sondern läuft mit der richtigen Einheit zum richtigen Gebäude und wartet in der Schlange. Soldaten werden angeheuert, nicht in Auftrag gegeben, und es gibt keine verschiedenen Einheitentypen — es existiert nur eine Grundeinheit, die nach und nach verbessert wird. Für alle, die dazustoßen, ohne mit dem Spiel aufgewachsen zu sein, hält die Rezension das Ergebnis eher für ermüdend als für lohnend.
Manche erinnern sich mit Zuneigung an das Spiel und beschreiben seine Programmierung dennoch als wackelig: Die Rezension vom 15. Juni 2023, geschrieben von jemandem, der als Kind mehr schlecht als recht spielte, berichtet, ein Boot könne Einheiten festsetzen, ohne dass sie zurückkämen, ein Angriffsbefehl bringe die Einheit manchmal nur dazu, stehen zu bleiben und den Feind anzustarren, und die künstliche Intelligenz jage ein einziges Ziel durch eine Umzäunung, die sie selbst umbringt. Die polnische Rezension vom 28. Juni 2025 schildert, dass das Spiel unter Windows 11 schlicht nicht startet, auch nicht nach dem Ändern der Kompatibilitätseinstellungen. Die russische vom 16. Juli 2024 beschreibt ein Bild, das einfriert, und einen Baumeister-Befehl, der schwer zu treffen ist. Und die deutsche vom 17. November 2021 sagt, die von GOG verkaufte Version laufe schlechter als dieselbe über Steam vertriebene.
Für alle, denen Geduld mit der Steuerung bleibt
Dasselbe Getriebe teilt die beiden Lager: zu verlangen, dass jede Einheit zum richtigen Gebäude läuft, lässt einen Helden für die Geduldigen lebendig wirken, und ist zugleich der Grund, aus dem eine andere Person mitten im ersten Szenario aufgibt. Wer Strategie um der Geschichte willen mag, die sie erzählt, und sich nicht daran stört, eine Einheit nach der anderen zu führen, wird darin erkennen, warum Leute den Store gebeten haben, das Spiel zurückzuholen. Wer das Spiel nur starten und den Befehl auf der Stelle befolgt sehen will — oder einfach den Bildschirm ohne Fehler aufgehen sehen möchte, auf einem gewöhnlichen Rechner —, stößt frontal auf dieselbe Klage, wiederholt auf Polnisch, Russisch und Deutsch.