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Martian Dreams: Die Kanone, die einen Tag zu früh feuerte und die Chicagoer Weltausstellung zum Mars katapultierte

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Ein rares Stück der Ultima-Reihe: Das Spiel versammelt echte Wissenschaftler und Schriftsteller zu einem Marsabenteuer, das jene, die es liebevoll in Erinnerung behalten, von jenen trennt, die nur technische Mängel finden.

Eine Kanone verfehlt ihr Ziel und trägt die Chicagoer Weltausstellung zum Mars

Chicago, 1893. Die Weltausstellung ist auf ihrem Höhepunkt, als der Astronom Percival Lowell die Weltraumkanone erprobt, die er entworfen hat: ein gewaltiges Gerät, das ein geschossförmiges Raumschiff zum Mars schleudern kann. Der Schuss löst sich einen Tag früher als geplant, mit Dutzenden der bekanntesten Persönlichkeiten jener Zeit bereits an Bord. Auf den Roten Planeten in keiner Weise vorbereitet, haben die unfreiwilligen Passagiere allein kaum eine Chance zu überleben — und an dir, im Spiel Avatar genannt, ist es, der verlorenen Expedition nachzureisen, bevor sich die überlieferte Geschichte für immer verändert.

Die Suche führt durch geheimnisvolle Marskanäle, dampfbetriebene Fabriken und Automaten, die vom Element Radium angetrieben werden — jenem Stoff, der in der Science-Fiction des ausgehenden neunzehnten Jahrhunderts so in Mode war. Unterwegs entfaltet das Spiel einen Mars, der von echten Persönlichkeiten bevölkert ist, laut dem Shop selbst auf Grundlage historischer Recherche nachgebildet: Nikola Tesla, Marie Curie, Mark Twain, Sigmund Freud, Theodore Roosevelt und viele weitere Gestalten der Jahrhundertwende. Ehe alles endet, verlangt das Abenteuer außerdem, sich einer Traumwelt zu stellen, in der die eigenen Ängste und Wünsche des Avatars zum Hindernis werden.

Martian Dreams ist das zweite Kapitel der Reihe Ultima Worlds of Adventure, die dich, den Avatar, laut der Beschreibung des Shops selbst in Welten aus Science-Fiction, Mystery, historischer Erkundung, Horror, Zeitreise, Spionage und Fantasy führt. Eingeordnet als Adventure und Rollenspiel, stammt der Titel von Origin Systems. Electronic Arts übernahm den Vertrieb, und das Spiel kam am 18. Juni 2012 in diesen Katalog.

Wer sich auf die originale Diskette einließ, verteidigt diesen Mars noch immer

Bei denen, die schon in der Woche schrieben, in der diese Fassung im Juni 2012 im Shop erschien, wiederholt sich das Lob: Die Mischung aus wahrer Geschichte und Fiktion fesselt auf eine Art, wie sie nur wenige Spiele jener Zeit gewagt haben. Manch einer bewahrt noch die originale Diskettenverpackung auf und hat das Abenteuer seither drei- oder viermal durchgespielt — nach eigener Aussage ein seltenes Verhalten für jemanden, der ein Spiel sonst beiseitelegt, sobald es zu Ende ist. Ein anderer Leser, der 2015 schrieb, holte sich das Spiel lieber direkt aus dem Katalog dieses Shops, statt in obskuren Abandonware-Seiten nach Kopien zu jagen.

Auch die Nachbildung realer Menschen bringt immer wieder Lob ein: Nikola Tesla oder Mark Twain in einem Marsabenteuer über den Weg zu laufen, ist für diese Leute genau das, was das Spiel noch lange nach dem Ende im Gedächtnis bleiben lässt. Ein Rezensent erinnert zudem daran, dass der Titel zu den ersten Arbeiten von Warren Spector zählt — später verantwortlich für Deus Ex und Epic Mickey —, was mit erklärt, warum die Geschichte dem Naheliegenden ausweicht. Selbst wer lange brauchte, um Gefallen daran zu finden — ein Bericht aus dem Jahr 2012 etwa schildert, das Spiel beim ersten Mal langweilig gefunden zu haben und bei der Wiederbegegnung in diesem Shop dann kaum noch die Finger davon lassen zu können —, landet am Ende auf derselben Seite: bei einer Empfehlung.

Nicht jedes Lob kommt jedoch ungetrübt. Ein Bericht aus dem Jahr 2018 nennt das Spiel besser als seinen Vorgänger Savage Empire — mehr animierte Szenen, ein kräftigerer Soundtrack, ein gut abgestimmter Tag-Nacht-Zyklus — und schließt trotzdem mit einer Warnung: Die Abstürze bei der Leistung sind gravierend. Es sind dieselben Leute, die das Spiel lieben und zwischen den Zeilen einräumen, dass ihm das Gewicht der Jahre anzumerken ist.

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Wenn der Mars abstürzt, bevor der erste Schritt getan ist

Der häufigste Kritikpunkt betrifft nicht die Geschichte — sondern die Maschinerie dahinter. Wer im August 2025 schrieb, berichtete, dass das Spiel gleich nach der Charaktererstellung abstürzte: Das Abenteuer kam gar nicht erst in Gang. Ein Bericht aus dem Jahr 2018 fällt noch härter aus — nach drei weiteren Versuchen kam der Verfasser zu dem Schluss, dass nicht ein einzelner Aussetzer das Problem war, sondern das ganze Spiel kaputt; der angefragte technische Support brachte keine Lösung.

Wer die früheren Spiele der Reihe bereits gespielt hat, beklagt eine andere Art von Ermüdung: Das Mars-Szenario ist aus dieser Sicht dasselbe Ultima 6 im neuen Gewand — Außerirdische, Roboter und historische Figuren inklusive — und für alle, die sich schon einmal auf die Formel eingelassen haben, allzu repetitiv. Manche finden Oberfläche und Spielmechanik schlicht zu sperrig für moderne Spielgewohnheiten.

Das Muster, das sich abzeichnet, ist eindeutig: Wenn das Spiel läuft, ist die Klage eine des Geschmacks — Wiederholung, ein angestaubtes Kostüm; wenn es nicht läuft, geht es schlicht ums Überleben, und das Abenteuer stürzt ab, bevor es überhaupt eine Geschichte erzählt.

Für wen sich diese Marsreise lohnt

Langjährige Fans der Ultima-Reihe oder jeder Leser mit echter Neugier darauf, Nikola Tesla, Mark Twain und Marie Curie Seite an Seite in einem Abenteuer von 1893 zu sehen, finden hier genau diese seltene Verschränkung von wahrer Geschichte und Science-Fiction. Es sind Menschen, die bereit sind, sich mit einer Oberfläche aus einer anderen Epoche zu arrangieren, weil die Belohnung — so sagen jene, die sich darauf eingelassen haben — eine Geschichte ist, die sich nicht in Klischees auflöst.

Wer einen entspannten Nachmittag sucht, keine Geduld für eine angestaubte Oberfläche mitbringt und keinen Spielraum hat, es erneut zu versuchen, falls das Abenteuer schon bei der Charaktererstellung abstürzt, sollte diese historische Kuriosität anderswo suchen. Nur wenige Menschen haben sich zu dem Spiel geäußert, und die Stimmen fallen deutlich zu seinen Gunsten aus — doch die Gegenseite streitet nicht über Geschmack: Sie streitet darum, dass das Spiel überhaupt startet.