
Daggerfall: Der König ist tot, doch er geht noch durch sein Schloss
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Die Verfügbarkeit kann je nach Region unterschiedlich sein.
Die Karte von High Rock legt jede Entscheidung allein in die Hände der Spieler — und wer es gespielt hat, warnt: Die Originalfassung lässt sie sich in Geduld bezahlen.
Ein vergessener Golem entscheidet über Tamriels Schicksal
Der Golem Numidium, jene Waffe, mit der Tiber Septim Jahrhunderte zuvor Tamriel geeint hatte, taucht in der Iliac Bay wieder auf. Der Streit um ihn beginnt mit einem Mord: Der König von Daggerfall stirbt, und sein Geist geht weiter durch sein eigenes Schloss. Kaiser Uriel Septim VII. schickt einen Gesandten in die Provinz High Rock, mit zwei Aufträgen, die nicht zusammenpassen: den Geist des Königs zu beruhigen und zu verhindern, dass der Golem in falsche Hände gerät.
Die Fortsetzung von Arena tauscht den einen Gang der Hauptquest gegen eine Karte, die sich nach beiden Seiten öffnet: der Handlung um den Thron folgen oder alles hinwerfen und unterwegs etwas ganz anderes werden — Gildenmitglied, Händler, Angeklagter vor Gericht, Besitzer eines Hauses und eines Schiffs — und wenn man beschließt, den Geist des Königs zu vergessen und in einer anderen Stadt einen Laden zu eröffnen, nimmt das Spiel den Tausch klaglos hin. Die Shop-Seite führt den Titel als Rollenspiel, Abenteuer und Open World, doch was diese Einordnung trägt, ist der Einzug von Gilden und Handel als Werkzeug politischer Intrige im Spiel selbst, nicht als Kulisse.
Verantwortlich für das Spiel ist Bethesda Softworks, vertrieben von Bethesda Softworks LLC selbst, und die Shop-Seite verzeichnet die Veröffentlichung am 19. Mai 2022 — ein Datum, das frontal mit dem zusammenstößt, was später in den Rezensionen auftaucht, voller Verweise auf eine klassische Ära, auf Jahrzehnte Abstand und auf eine Fassung, die noch unter DOS läuft. Dieselbe Seite führt den Titel als Early Access, ohne zu sagen, warum.
Eine Charaktererstellung, gegen die andere Genrevertreter alt aussehen
Wer in der Woche der Neuveröffentlichung schrieb, am 19. Mai 2022, ist nur der Erste von mehreren, die feststellen, dass schon die Charaktererstellung allein andere Spiele des Genres alt aussehen lässt: Dutzende Kombinationen aus Rasse und Klasse, getragen von einem Biografiesystem, das der Figur schon vor der ersten Quest eine Vergangenheit mitgibt. Von da an entscheidet man selbst, ob man einer Gilde oder einem Tempel beitritt, verhaftet und vor Gericht gestellt wird, bei einer Bank einen Kredit aufnimmt, ein Haus oder ein Schiff kauft, jede Tür auf der Karte öffnet und irgendwann zum Bärenmenschen wird.
Wer am nächsten Tag wiederkam, am 20. Mai 2022, nennt das Spiel das ehrgeizigste seiner Ära und beschreibt eine riesige Welt, die fast jede andere des Genres verschlingen kann: Es gibt Fertigkeiten, die nur in ganz bestimmten Fällen etwas nützen, etwa die Sprachfertigkeiten, mit denen die Figur mit Kreaturen reden kann, die sonst niemand versteht, und man kann den Charakterbogen so formen, dass er dem Adel gefällt — auf Kosten des eigenen Ansehens bei den Bettlern der Stadt.
Diese Freiheit fordert ihren Zoll. Wer auf Russisch schrieb, am 5. Juni 2022, räumt ein, dass sich das Spiel heute langsam bewegt und angestaubt wirkt, sagt aber, die Skelette aus den Labyrinthen kehrten noch in Albträumen wieder, und empfiehlt das Erlebnis allen, die Altes mögen. Eine andere Rezension, über eben diese Labyrinthe, ist unverblümt: Sie sind eine echte Herausforderung, und in der DOS-Fassung treiben noch immer Fehler ihr Unwesen. Mehr als eine rät, das Originalspiel gar nicht erst zu versuchen: erst den von der Community erstellten Port zu installieren, getauft auf den Namen Daggerfall Unity, der die Kurve glättet und die Unterstützung für Modifikationen aufrechterhält — derselbe Rat kommt von jemandem, der nur Lob für das Spiel übrig hatte. Und doch bringt das Spiel weiter neue Rezensionen hervor: Eine vom 6. Oktober 2025 verglich die Karte mit der Größe eines ganzen Kontinents und behandelte die Reise zwischen zwei Städten wie etwas aus einer anderen Welt — eine Übertreibung, die nur funktioniert, weil sie mit Humor wiederholt, was die ernsten Rezensionen längst über den Maßstab sagten.
Wer wegen des toten Königs kommt, löst am Ende etwas anderes
Der Geist des Königs wartet. Nach dem Urteil derer, die es gespielt haben, bleibt seine Quest meist liegen: Zuerst kommen die Gilde, das Gericht, das neue Haus, das Schiff, der Bärenmensch. Das ist der eigentliche Handel, den das Spiel anbietet — nicht die Numidium-Handlung fesselt, sondern das, was sich tun lässt, während sie wartet.
Es ist etwas für alle, die gern ihren eigenen Weg bahnen und sich nicht daran stören, eine Weile verloren zu sein: Rezensionen von Leuten, die das Spiel lobten, geben zu, dass die Handlung nur langsam in Gang kommt und dass die Labyrinthe eine echte Herausforderung sind, mit losen Fehlern in der DOS-Fassung. Wer das Spiel öffnet und einen Pfeil erwartet, der den nächsten Schritt zeigt, stößt geradewegs auf die Klage, die mehr als einmal auftaucht: ohne Zielangabe wird das Labyrinth zur Wand.
Der Ausweg ist, so sagen die, die ihn schon gegangen sind, über den Community-Port statt über das Original einzusteigen — der Rest heißt hinzunehmen, dass die Freiheit hier ohne Führung kommt. Wer sich auf diesen Handel einlässt, geht zufrieden daraus hervor; wer eine Richtung braucht, gibt auf, bevor er den ersten Kerker verlässt.