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The Big Con: Die jugendliche Trickbetrügerin, die ihr Gaunerleben vor der eigenen Mutter verbirgt

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endet in 6 Tagen — 15. Oktober

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Die Frist endet weltweit im selben Moment; nur die Uhrzeit auf der Uhr ist je nach Land eine andere. Wir zeigen sie in deiner Zeitzone. Kurz vor Schluss zählt die genaue Uhrzeit — beendet wird die Aktion vom Store, nicht von uns.

Wer spielt, lobt die Tricks und die Figuren; wer abbricht, bricht immer an derselben Stelle ab: wenn derselbe Raub in Las Vegas ein zweites Mal anstehen soll.

Ein Gaunerleben, das in einen Anruf bei der Mutter passt

Schon in der ersten Stunde macht das Spiel ein Versprechen: Man darf so lange durch eine Attraktion namens Hormipillar laufen, wie man möchte — ohne Ziel, ohne Belohnung, einfach weil man Lust dazu hat. Dieser Ton trägt das ganze The Big Con, ein Abenteuer über Verbrechen, das sich selbst nicht ernst nimmt. Man steigt ein und ahnt, dass viel gelogen wird; wie viel Spaß das macht, verrät das Spiel vorher nicht.

Ali tauscht das Musikcamp in einem Zug gegen die Landstraße: Der Videoverleih der Familie steht bei skrupellosen Geldhaien in der Schuld, und der Ausweg, den sie findet, heißt: Menschen hinters Licht führen lernen. Verkleidungen, abgezogene Geldbeutel, belauschte Türen, Einbrüche, wenn Reden nicht weiterhilft — ein älterer Gauner taucht auf und bringt ihr das Handwerk bei, und das Spiel behandelt diese Lehrzeit als sein eigentliches Thema, mehr als das Verbrechen selbst. Zwischen zwei Betrügereien ruft sie ihre Mutter an. Die beiden streiten fast jedes Mal.

Die Kulisse ist ein Roadmovie durch die USA der Neunziger: Holzfällerhemd, Telefonzelle, VHS-Kassette. Wer das Jahrzehnt erlebt hat, erkennt Erinnerung; wer es nicht erlebt hat, bekommt ein Spielzeugmuseum, das unter dem Witz ein Mädchen versteckt, das seine eigene Mutter jeden Tag belügt.

Ein Jahr lang am eigenen Trick geschraubt

Mighty Yell, das Studio, das das Spiel am 31. August 2021 veröffentlichte, verbrachte einen großen Teil des folgenden Jahres mit der Jagd auf einen einzigen Fehler: Wer Spielstände aus älteren Versionen lud, bei dem stürzte das Spiel ab, sobald er das Missionsheft, das Inventar oder das Menü öffnete. Wer das Spiel zum Jahreswechsel 2021/2022 kaufte, konnte durchaus an einen dieser beschädigten Spielstände geraten — und das Studio brauchte Monate, ehe es den Fehler als behoben melden konnte.

Die Belohnung für alle, die geblieben sind, kam im Jahr danach: Das Studio lieferte auf einen Schlag neue Rätsel, neue Dialoge und neue Sammelstücke, dazu zusätzliche Missionen und ein Extra-Automatenspiel namens Rad Skater — alles im selben Spiel, das diese Leute längst installiert hatten.

Wer es empfiehlt, beschwert sich am lautesten

Auf Steam, wo das Spiel verkauft wird, empfiehlt es am Ende, wer sich dazu äußert, und ganz oben auf der Lobliste stehen Grafikstil und Figuren. Eine Spielerin, die 9 Stunden mit Ali auf der Straße verbracht hat, erzählt, der Grafikstil und die über den Weg verstreuten Minispiele hätten sie gewonnen, und gesteht eine unerwartete Zuneigung zu der Figur namens Sammler. Wer auf 11 Stunden kam, hebt etwas anderes hervor: die drei emotionalen Stränge des Spiels — das schwierige Verhältnis zur Mutter, das Verliebtsein in ein Mädchen, das Kräftemessen mit dem Rivalen — und räumt dem mütterlichen Strang den Ehrenplatz ein, wegen dieser Mischung aus Stichelei und Vertrautheit zwischen den beiden. Wer mit 7 Stunden auf der Uhr durch war, nennt zusätzlich den Soundtrack, der Hip-Hop und R&B mit dem Neunziger-Gefühl verbindet, und bemerkt etwas Seltenes: Das Studio hat den übersetzten Titel des Spiels geändert, nachdem es auf die Reaktionen des Publikums gehört hatte — und aus Sicht derjenigen, die gespielt hat, ist dabei das bessere Ergebnis herausgekommen.

In der Empfehlung steckt allerdings die Beschwerde. Wer nur 3 Stunden gespielt hat, beim Versuch eines zweiten Durchgangs, ohne ein Geheimnis der Handlung zu verraten, klagt über häufige Abstürze und über den fehlenden Speicherpunkt auf halber Strecke — so sehr, dass er gut gelaunt eine mittlere Note verlangt, die der Shop selbst nicht anbietet. Wer die 11 Stunden erreichte, musste das ganze Spiel dreimal von vorn durchspielen, weil der Fortschritt in einer einzigen Datei wohnt und jedes abgeschlossene Kapitel den Rückweg versperrt. Wer ebenfalls jedem Erfolg nachjagt, sieht dieselbe Landstraße ein weiteres Mal auf dem Bildschirm. Und eine Spielerin, die 8 Stunden im Spiel verbrachte und mit allem anderen zufrieden war, erlebte, wie das Drehbuch sie zurück in dieselbe Wüstenstadt schickte — identische Straßen, dieselben Leute, die man erneut ansprechen muss, dieselben Geldbeutel, die man erneut zieht — nur damit es danach weiter ins Casino geht.

1.724 mochten esVery Positive122 nicht

Viel Laufen für wenig Beute

Nicht jeder gehört zum Publikum dieses Spiels. Wer nach 3 Stunden aufgab, beim Versuch, das Wüstenkapitel ohne Abbruch auf halber Strecke zu schaffen, bemängelt den hölzernen Gang der Heldin und eine Karte, die zu groß ist, um sie allein aus dem Gedächtnis abzulaufen, Gegenstand für Gegenstand einsammelnd und Aufgabe für Aufgabe abarbeitend, ohne klare Richtung. Wer 15 Stunden durchhielt — genug Zeit, um das Spiel zu beenden, auch ohne es zu mögen — treibt die Mängelliste weiter: eintöniger Rhythmus, Mechaniken, die sich nicht erneuern, ein Erzähler, der die Ohren mit Sätzen volllabert, die zu nichts führen, und eine Farbpalette, die die Augen ermüdet, statt sie zu bezaubern. Wenn das ideale Spiel die Herausforderung jede Stunde ändert, wiederholt man hier dieselbe Diebesgeste, ohne dass die Mechanik wächst.

Selbst dieser härteste Rundumschlag lässt ein Zugeständnis durch: Einige Witze des Drehbuchs funktionieren. Genau dort kreuzen sich Lob und Tadel selbst an den Extremen — niemand bestreitet, dass das Team hinter den Dialogen komisch sein kann; strittig ist nur alles rund um den Witz.

Das zweite Las Vegas trennt die, die bleiben, von denen, die gehen

Wem eine einfache, humorvoll erzählte Geschichte gefällt und wen es nicht stört, eine schon erledigte Handlung zu wiederholen, der findet hier ein befriedigendes Ende: Die Beziehung zwischen Ali und ihrer Mutter lohnt den Weg durch das ganze Spiel, und wer aus diesem Grund spielt, empfiehlt es am Ende meist — selbst wenn er Mangel für Mangel aufzählt. Wer wegen der Mechanik spielt, wer sich also ein Diebessystem mit Tiefe wünscht, Rätsel, die im Schwierigkeitsgrad steigen, und flinke Bewegung über die Karte, der steigt an derselben Stelle aus: beim zweiten Durchgang durch Las Vegas, wo dieselben Leute in denselben Straßen noch einmal bestohlen werden und kein neues Drehbuch mehr wartet. Die Frage an sich selbst lautet: Wenn man einmal gewonnen hat, nimmt man es hin, auf demselben Weg noch einmal zu gewinnen? Die Antwort entscheidet darüber, ob die Installation sich lohnt. Dazwischen bleibt der Gedanke, den jede Stimme auf ihre Weise zurückgibt: Das Spiel verlangt von jemandem, der das Kapitel schon bestanden hat, dasselbe Kapitel noch einmal — und wer dieser Bitte zustimmt, spielt weiter; wer nicht zustimmt, hört dort auf.