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Tattoo Tycoon: Die zittrige Hand hinter der Nadel

EPIC
ENDETE AM 29. SEPTEMBER

Es wird nicht mehr verschenkt · es kostet wieder 29,99 US$

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Die Verfügbarkeit kann je nach Region unterschiedlich sein.

Wer das Handwerk kennt, erkennt die Sorgfalt im Spiel; wer wirklich tätowieren wollte, bleibt frustriert zurück.

Die eigene Hand gegen den Automatikknopf

Wer in Tattoo Tycoon jemanden tätowiert, muss zuerst reden: herausfinden, was der Kundschaft gefällt, was man besser vermeidet, welches Motiv für diesen Menschen keinen Sinn ergibt. Erst danach fällt die Entscheidung, die den Rest der Sitzung bestimmt — das Motiv mit eigener Hand stechen und dabei spüren, wie sich das Gegenüber auf dem Stuhl bewegt, oder die Automatik das Ergebnis übernehmen lassen. Die zweite Möglichkeit gibt es, weil die erste wirklich schwer ist, und daraus macht das Spiel kein Geheimnis.

CrazyBunch hat das Spiel im Oktober 2025 veröffentlicht und in Tattuga Bay angesiedelt: In der Stadt gab es einmal an jeder Ecke ein Tattoostudio, inzwischen haben die meisten geschlossen, und man übernimmt das letzte verbliebene. Von da an gilt es, begrenzte Zeit und Energie aufzuteilen — zwischen dem Öffnen und Schließen des eigenen Ladens, dem Einstellen von Personal, um die Kundschaft zu bewältigen, und dem Streit oder der Versöhnung mit dem einflussreichsten Unternehmer der Gegend, während man sich genug Ruf aufbaut, um es mit den angesehensten Namen der Szene aufzunehmen. Unterwegs warten mehr als 100 verschiedene Tattoomotive darauf, freigeschaltet zu werden, und jedes Viertel der Stadt hat eigene Vorteile und eigene Tücken.

Außerhalb des Behandlungsraums geht es auch ums Umbauen: Ausrüstung austauschen, den Warteraum mit bequemem Sessel, Kaffee und einem Snack für die Wartenden ausstatten, neu dekorieren, um anspruchsvollere Kundschaft anzuziehen. Verwaltung und Kunst teilen sich denselben Raum, und das Spiel verlangt Hingabe für beides.

Wer das Handwerk erkennt, und wer einfach Spaß haben will

Zwei Spielende, die das Spiel empfehlen, zeigen zwei gegensätzliche Seiten derselben Erfahrung. Man kann ohne jedes Zeichentalent einsteigen und trotzdem Spaß haben: So erging es einer brasilianischen Spielerin, die schon nach 1 Stunde für sich entschieden hatte, dass ihr das Spiel gefällt. Sie lobte die Optik, fand die Karte größer als erwartet und lachte über sich selbst, als ihr klar wurde, was für eine schlechte Tätowiererin sie ist, unfähig, sauber zu zeichnen, mit der Maus ebenso wenig wie mit dem Controller; ein Witz, den nur versteht, wer den manuellen Modus ausprobiert hat. Das Tutorial half ihr, doch sie gibt selbst zu, bei einem Teil der Mechanik den Faden verloren zu haben, und einen Punkt kritisiert sie ausdrücklich: Das Spiel gibt es nicht auf Portugiesisch, und das wiegt für sie schwerer als jede spielerische Hürde.

Auf der anderen Seite steht ein französischer Spieler, der sich als Tätowierlehrling beschreibt — mit dem Segen seines eigenen Mentors —, es auf 71 Stunden gebracht hat und im Spiel etwas sieht, das nur jemandem aus dem Handwerk auffällt: ein echtes Verständnis für Tattoostile, den Unterschied zwischen einer klassischeren Schule und der Wendung zum Neotraditionellen, dazu einen Humor, der jedem vertraut vorkommt, der in dieser Kultur unterwegs ist, trotz der stilisierten Spieloptik. Er räumt allerdings ein, dass die Routine des Alltags — näher am Betrieb eines kleinen Ladens als am Tätowieren — einen Teil des Publikums vergrault. Und auf Steam, wo das Spiel verkauft wird, tragen genau diese beiden Erfahrungen die Empfehlung: die eine eine Stunde lang, die andere Dutzende.

30 mochten esMixed14 nicht

Die Szene, die das Herz des Spiels sein müsste, enttäuscht

Man kann sich beim Motiv Mühe geben oder einen beliebigen krummen Strich riskieren — Tattoo Tycoon liefert dasselbe Ergebnis zurück. So jedenfalls schildert es ein Spieler, der voller Vorfreude einstieg, weil er das Simulationsgenre mag, und in 2 Stunden keinerlei Befriedigung darüber empfand, etwas gut gemacht zu haben. Genau hier treffen sich die beiden negativen Stimmen des Dossiers: Der Moment des Tätowierens, die Daseinsberechtigung des Spiels, ist die Stelle, an der es enttäuscht.

Ein anderer, mit gerade einmal 1 Stunde Spielzeit, kam begeistert an und ging frustriert wieder, aus einem anderen Grund: Er bemängelt, dass die Bewohner der Stadt immer demselben optischen Muster folgen, ohne die Abwechslung, die er sich bei den Figuren erhofft hatte. Bei der Mechanik zielt er auf denselben Punkt wie das Lob, nur von der anderen Seite: Im manuellen Modus ändert der Schwierigkeitsgrad, ob leicht oder schwer markiert, in der Praxis nichts, und im Automatikmodus ist ein zufriedener Kunde nicht einmal dann garantiert, wenn das gewählte Motiv genau das ist, worum die Person gebeten hat. Der härteste Vorwurf betrifft am Ende nicht die Grafik, sondern die Tätowierszene selbst, die das Herz des Spiels sein müsste. Über den Rest beschwert sich keiner von beiden — nur über den Stuhl, auf dem das Tattoo entsteht.

Guter Manager, frustrierter Tätowierer

Tattoo Tycoon ist mehr Wirtschaftsspiel als Tattoospiel: Viertel, in die man expandiert, Kundschaft, die man gewinnt, Personal, das man einstellt, Energie, die man auf Tag und Nacht verteilt. Wer diese Art von Jonglieren mag — wem das Wachstum des Geschäfts wichtiger ist als der perfekte Strich —, hat reichlich Grund weiterzuspielen, wie derjenige zeigt, der auf Dutzende Stunden gekommen und immer noch zufrieden ist. Wer dagegen die eigene Hand an der Nadel spüren will, geht frustriert wieder: Die beiden Spieler, die keine Empfehlung aussprechen, sind sich einig, dass die zentrale Tätowierszene, ob von Hand oder automatisch, nicht die Befriedigung liefert, die der Name des Spiels verspricht. Und wer nur Portugiesisch liest, hat ein Problem für sich — die fehlende Übersetzung stört schon im Tutorial.