
Stargunner: Jedes zerstörte Schiff wird zur neuen Waffe über Zile
Ohne Frist: Es bleibt im Katalog, bis der Shop es entfernt.
Bei GOG holen ↗Geholt wird es in deinem eigenen Shop-Konto; Clairo holt es nicht für dich.
Die Verfügbarkeit kann je nach Region unterschiedlich sein.
Ein Fest für alle, die reine Arcade wollen, eine Enttäuschung für alle, denen eine Geschichte fehlte.
Apogees letztes Schiff macht aus dem Krieg einen Handel
Ein Pilot stieg am ersten Verkaufstag, dem 13. September 2013, ins Cockpit von Stargunner und nannte das Ganze beim Aussteigen das Ende einer Ära — für den Verfasser jener Rezension war es der letzte Titel, den Apogee je veröffentlichen würde. Ob das stimmt oder nicht, das Spiel trägt dieses Gewicht eines Abschieds: ein seitlich scrollender Shooter, den Apogee Entertainment selbst entwickelt und vertrieben hat.
Die Reise führt durch das offene Vakuum, sinkt auf die feindliche Oberfläche eines Planeten namens Zile hinab und endet in den überfluteten Tiefen des Wracks, das der Feind selbst zurückgelassen hat. Es sind drei Schauplätze mit eigener Temperatur, nicht derselbe dreimal übermalte Korridor, verteilt über 34 Level.
Jedes zerstörte feindliche Schiff zahlt in Credits, und dieses Wechselgeld gibst du für neue Waffen und Triebwerke aus, noch ehe das nächste Level beginnt — das Schiff, das die Ziellinie überquert, ist selten das, das du im ersten Level aus dem Hangar geholt hast. Es ist dieser Kriegshandel, mehr als das Zielen, der die ganze Reise trägt.
Der Glanz, der die eine Rezension erfreut und die Nachbarin stört
Wer mit dem Signalton jedes eingesammelten Bonus aus Gradius aufgewachsen ist, erkennt den Kniff hier wieder. Wer Raiden und R-Type nennt, lobt das schnelle Tempo und die in jedem Level versteckten Geheimnisse. Es wäre leicht, Stargunner als bloß einen weiteren Klon abzutun — wäre da nicht der eingebaute Handel: Der Laden im Spiel drängt den Spieler nicht nur zum teuersten Gegenstand, notierte der Verfasser am ersten Verkaufstag, dem 13. September 2013, und verglich die drei Welten des Spiels — Weltraum, Oberfläche und Tiefe — mit einer Kindheitserinnerung. Neben ihm verließ jemand, der am 5. November 2016 ganz ohne Nostalgie einstieg — das Spiel zuvor nie gesehen hatte —, es schon nach der ersten Mission überzeugt.
Derselbe Release legte auch einen Riss innerhalb der Fangemeinde selbst offen. Wer in der Kritik vom 13. September 2013 nur einen Stern gab, beklagt die Übertreibung: eine Palette aus zu grellen Primärfarben und Gegner, die größer sind als nötig — von jemandem, der kleinere Ziele und eine düsterere Stimmung bevorzugt. Eine am 14. September 2013 veröffentlichte Rezension beschreibt eben diese Mischung aus Farbe und Weichheit als das Beste, was sie im Genre gesehen hat, zieht Stargunner wegen seiner zusätzlichen Spielebenen R-Type vor und bescheinigt Apogee zudem mehr echtes Talent als einem Großteil der gefeierten Produktionen von heute. Der Glanz, den die eine Rezension Übertreibung nennt, ist für die Nachbarin das Beste am Spiel — und keine von beiden liegt falsch.
Von der Kritik an der Handlung bis zum Zank mit dem Emulator
Die härteste Kritik, veröffentlicht am 13. Februar 2017, kennt kein Pardon: Es fehle eine Handlung, die fesselt, und die Optik wird hässlich genannt, mit Schiffen, die zu groß für die Szenerie sind — die Steuerung funktioniere zwar, beklagt der Verfasser, aber das Spiel speichere den Fortschritt nicht. Ohne Gnade stellt dieselbe Rezension Stargunner zwei kostenlosen Zeitgenossen gegenüber: Es unterliegt Tyrian, das in der offenen Fassung OpenTyrian ebenfalls gratis verteilt wird, mit hübscheren Grafiken und einer satirischen Geschichte, die sich über die Medien und die Konzernwelt lustig macht; und nicht einmal das ältere Wing Commander IV entgeht der Liste der Gründe, es nicht zu spielen.
Die jüngeren Beschwerden drehen sich nicht mehr um das Spiel selbst, sondern darum, es zum Laufen zu bringen. Eine französischsprachige Rezension vom 13. April 2025 beschreibt die Notwendigkeit, die Emulationsschicht einzurichten, als zu mühsam für das heutige Windows. Eine andere vom 7. September 2025 gibt ganz auf: Du drückst den Knopf am Controller, und der Befehl reagiert nicht.
Die Rechnung, die Stargunner allen präsentiert, die ohne Geduld kommen
Stargunner verlangt von allen, die jetzt einsteigen, doppelte Geduld: Geduld mit einer Arcade-Ästhetik, über die die Fans selbst streiten, und Geduld mit einer Maschine, die nicht für das heutige Windows gemacht ist und vor dem ersten Schuss eine Anpassung fordert. Wenn dein Vergnügen darin liegt, das Schiff Level für Level wachsen zu sehen, von Zile bis zum überfluteten Grund des Wracks, mit dem Geld, das es selbst dem Feind stiehlt, hast du das Wichtigste schon auf deiner Seite — sogar wer das Spiel zuvor nie gesehen hatte, fand das auf die harte Tour heraus, ganz ohne Nostalgie. Wer dagegen eine Geschichte sucht, an der er sich festhalten kann, oder einfach den Controller einstöpseln und spielen will, ohne vorher etwas einzustellen, gibt vor dem ersten Level auf — und das ist die härteste Stimme im Bunde, dieselbe, die die Leere der Handlung mit dem vergleicht, was Tyrian zur selben Zeit gratis bot.