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Nomads of Driftland: die Erweiterung, die dem Ursprungsspiel entwuchs

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Ohne Anführer, der Befehle erteilt, kämpfen sich Driftlands Nomaden von Insel zu Insel — und die Schönheit der Kulisse trägt das Spiel nicht immer bis zum Ende.

Eine Erweiterung, die dem Spiel entwuchs, das sie hervorbrachte

Sie war als Ergänzung gedacht und wurde zu groß für diese Rolle. Während jeder Magier-Regent in der Welt von Driftland seine Untertanen aus der Ferne befehligt, Befehle erteilt und das Gelände formt, gehorchen die Nomaden der Erweiterung, die diesen Namen geerbt hat, niemandem: Es gibt nicht einen einzigen Regenten, und jede Truppe wird von Hand bewegt, Einheit für Einheit — man gibt den Befehl, und sie setzt sich in Bewegung, ganz nach alter Strategiespiel-Manier. Der Unterschied wurde zu groß, um noch ins ursprüngliche Spiel zu passen, und so beschloss das Studio Star Drifters, die Nomaden als eigenständige Veröffentlichung herauszubringen.

Das Versprechen, die Zivilisation zu altem Glanz zurückzuführen, einte das Volk von Driftland und legte die Fehden zwischen den Magier-Regenten für eine Weile bei. Wer sich der neuen Ordnung widersetzte, wurde als Gesetzloser gejagt: Das sind die Nomaden, von einer Macht als Barbaren abgestempelt, die aus ihrer Sicht droht, genau den Streit zu wiederholen, der den Planeten schon einmal in schwebende Bruchstücke zerrissen hat. In dieser Welt zerbrochener Inseln — jede mit eigener Flora, Fauna und eigenen Truppen — kämpfen die Nomaden darum, das Verbliebene zu verteidigen und weiter zu bestehen.

Der Eintrag im Shop nennt als Urheber das Studio Star Drifters, das auch für den Vertrieb verantwortlich ist. Das Spiel erschien im Januar 2021 unter den Schlagworten Strategie, Echtzeit und Fantasy — und selbst nach all dieser Zeit führt der Shop es noch als Early Access, ein Zeichen dafür, dass das Werk weiterhin unfertig ist.

Ein Test voller Lob — und derselbe Vorbehalt, den die Nörgler äußern

Im März 2021 erschien der wohlwollendste Test der ganzen Riege: Der Verfasser setzte sich hin und erwartete bloß weitere Regalware von der Stange, fand aber einen flinken, fast blitzartigen Krieg vor — man beginnt mit einer Truppe und einer Insel, und die Sache wächst, während man die benachbarten aufsaugt. Das Erteilen von Befehlen und das Wirken von Zaubern reagieren flott, und sich um jede Einheit zu kümmern wiegt weniger schwer als sonst in Spielen dieses Genres.

Derselbe Test dreht sich vor dem Schluss um: Es fehlt an Vielfalt bei den Gebäuden, Menschen und Dunkelelfen beherrschen die Liste der Truppen und Wachtürme, ohne einen Grund zu liefern, irgendein anderes Volk zu wählen, und alles in eine einzige Richtung zu werfen entscheidet Partien mit einer Leichtigkeit, die nach ein paar Runden ermüdet.

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Die Grafik überzeugt, die Wirtschaft nicht

Anfang 2023 beginnt ein weiterer Test mit Lob für die Optik — jede Insel mit eigener Flora, Fauna und eigenen Truppen, treibend über einer Welt, die auf den ersten Blick beeindruckt. Dieselbe Person spielt vier Stunden lang, findet außer der Landschaft nichts, was das Interesse hält, und deinstalliert das Spiel. Einen Story-Modus gibt es nicht: Stattdessen gibt es Szenarien mit unterschiedlichem Schwierigkeitsgrad und Ziel — in manchen bezwingt man den Gegner, in anderen bleibt nur die Flucht, bevor ein zu starker Feind die eigene Anwesenheit bemerkt.

Ende 2024 schildert ein spanischsprachiger Test denselben Stolperstein aus einem anderen Winkel: Die Rechnung der Wirtschaft geht nicht auf, die Ressourcen kosten viel zu viel für ihren Ertrag, und ganze Partien werden dadurch unspielbar. Anfang 2026 dann fasst ein neuerer Test die Ermüdung zusammen, nennt das Spiel zäh und vergleicht es, wenig schmeichelhaft, mit Dune II — einem Klassiker des Genres, den dieses Spiel dem Verfasser zufolge nicht erreicht.

Die Klage zieht sich durch beide Stapel von Tests, den guten wie die schlechten: Wem es gefiel, der bemängelte die Balance zwischen den Truppen; wem es nicht gefiel, den Preis der Ressourcen. Das Getriebe hinter der schönen Kulisse — Wirtschaft, Balance zwischen den Einheiten — ist das gemeinsame Ziel, schön von außen und klemmend im Inneren.

Für wen der Krieg ohne Hierarchie taugt

Nomads of Driftland taugt gut für alle, die eine Schlacht gern schnell entscheiden, ohne auf einen Regenten angewiesen zu sein, der aus der Ferne Befehle erteilt: Hier reagiert die Truppe auf der Stelle, Insel für Insel — man entscheidet und sieht das Ergebnis im selben Augenblick, in einem Rhythmus, der eher einem hastigen Brettspiel gleicht als dem langsamen Aufbau eines Imperiums. Es taugt auch für alle, denen es nichts ausmacht, auf ein Spiel zu stoßen, das noch als Early Access gekennzeichnet ist — lose Kanten gehören zum Paket.

Für alle, die eine durchgehende Kampagne suchen, ist es nichts: Das Spiel gliedert sich in lose Szenarien, nicht in eine fortlaufende Geschichte. Und für alle, die hinter der Schönheit der Inseln eine ausgewogene Wirtschaft erwarten, ist es ebenfalls nichts — genau dort strauchelt das Spiel, für die, denen es gefiel, wie für die, die aufgaben.

Es nahm den König vom Brett; es vergaß, den Nomaden eine Wirtschaft zu geben, die der versprochenen Freiheit gerecht wird.