
GWENT: das Kartenspiel, das GOG weiterhin als Early Access führt
Ohne Frist: Es bleibt im Katalog, bis der Shop es entfernt.
Bei GOG holen ↗Geholt wird es in deinem eigenen Shop-Konto; Clairo holt es nicht für dich.
Die Verfügbarkeit kann je nach Region unterschiedlich sein.
Ältere Rezensionen beschreiben den Homecoming-Neustart noch immer als Neugründung, die neue Spieler gewann und einen Teil der Beta-Anhänger verlor.
Ein Spiel, das nie eine fertige Fassung erreichte
GOG führt GWENT: The Witcher Card Game weiterhin als Early Access, obwohl das Spiel seit dem 24. Mai 2017 im Katalog steht — CD PROJEKT RED, das den Titel entwickelt und vertreibt, hat die Arbeit nie für abgeschlossen erklärt. Es ist ein rundenbasiertes Strategiespiel im Fantasy-Universum von The Witcher, in dem man ein Deck zusammenstellt und in schnellen Partien aus Bluff, Entscheidungen am Tisch und sorgfältigem Handaufbau gegen einen anderen Spieler antritt.
Ältere Rezensionen in der Sammlung erinnern an die Herkunft des Spiels: Es begann als schlichtes Karten-Minispiel, bevor CD PROJEKT RED daraus den eigenständigen Titel machte, der später zur Beta werden sollte. Die Produktseite fasst zusammen, was von dieser Wandlung übrig blieb: Duelle, in denen man Geralt, Yennefer und andere Namen aus dem Universum befehligt, mit Zauberkarten und Spezialfähigkeiten, die den Verlauf einer Partie verändern. Der Shop beschreibt außerdem die Partieformate — klassischer Modus, Saisonmodus und Arena —, in denen das Deck Partie für Partie entsteht, ganz ohne vorab angesammelte Sammlung.
Die Produktseite beschreibt zudem eine Wiedereinführung: Die nächsten drei saisonalen Reisen kehren für alle in den Katalog zurück, die sie verpasst haben, und bleiben nach dem Freischalten ohne feste Frist zum Abschluss — wer sie abschließt, schaltet neue kosmetische Gegenstände frei.

Bei der Grafik herrscht Einigkeit; beim Rest weniger
Unter denen, die das Spiel auf GOG beurteilen, fällt der Zuspruch breit aus, und die Gegenstimmen bilden eine klare Minderheit. Wer lobend schreibt, greift immer wieder zum selben Bild, ob auf Englisch, Polnisch oder Russisch: Karten, die wie ein Gemälde behandelt werden, nicht wie ein Menüsymbol. Ein Spieler, der im Januar 2019 zum Spiel zurückkehrte, nachdem er die geschlossene Beta verfolgt hatte, nennt die Entwicklung der Grafik als Grund, weiterzuspielen. Ein anderer, der im Oktober 2017 auf Polnisch schrieb, zählt GWENT zu den besten Sammelkartenspielen, die er je gespielt hat — und führt das auf das Fehlen reinen Glücks zurück: Über die Partie entscheidet der Plan, nicht die Karte, die man auf die Hand bekommt. Es ist die Art von Unterschied, die einem erst auffällt, wenn man nicht mehr auf Autopilot spielt und auf den eigenen Zug achtet.
Nicht jedes Lob ist nur Lob. Ein Spieler mit fast 250 Stunden in der Beta, der der veröffentlichten Fassung die Höchstwertung gab, schreibt, das Spiel habe sich zu sehr verändert: weniger Spielraum beim Deckbau, Karten zusammengedrängt in Reihen, die vom alten Spielbrett übrig blieben, wenig Platz für eben die Grafik, die er selbst lobt. Es ist eine Fünf-Sterne-Wertung mit Vorbehalt — die Art von Text, die bleibt, wenn die Euphorie der Veröffentlichung verflogen ist.
Die Reihe, die verschwand, und die Klage, die blieb
Die häufigste Klage vermischt Mechanik und Gefühl. Technisch ist es eine ganze Reihe, die bei der Überarbeitung, die die Spieler Homecoming nennen, vom Brett verschwand — ein Spieler, der zweimal den Pro-Rang erreichte, ohne je ein Kartenpaket zu kaufen, sagt, das Versprechen, die verbliebenen Reihen wichtig zu machen, sei nie eingelöst worden. Beim Gefühl ist es die Wehmut: Wer im Oktober 2018 auf Russisch schrieb, sagt, das Team habe sich monatelang abgeschottet und ein anderes Spiel zurückgegeben, ohne die schon Spielenden zu fragen; wer im November 2018 auf Chinesisch schrieb, wünscht sich die alte Balance zurück und verweist auf Flächenkarten und Kontrolleffekte, die die Partien zu stark bestimmen.
Eine weitere Beschwerde braucht keine Übersetzung: Partien, die stets bei denselben wenigen Decks landen, die als die stärksten des Moments gelten — Vampire, Skellige, Nilfgaard. Man startet eine Partie und errät schon an der ersten aufgedeckten Karte, gegen welches dieser Decks man erneut antreten wird. Wer diese Ermüdung schildert, bezeichnet sich als alten Hasen, der es leid ist, demselben Gegner unter einem anderen Namen wiederzubegegnen.
Zwei Spiele in derselben Schachtel
GWENT ist nicht ein Spiel: Es sind zwei, gestapelt in derselben Installation. Das eine ist das Kartenspiel, das CD PROJEKT RED behalten wollte — schnelle Duelle, ein Deck, das aus dem Erspielten entsteht, eine Grafik, die Rezension um Rezension wieder genannt wird. Das andere ist das Spiel, das jenen im Gedächtnis blieb, die die geschlossene Beta und das Brett mit einer Reihe mehr verfolgt haben: Dieses GWENT kommt nicht zurück, und wer diese Erinnerung mit sich trägt, spielt meist wenig und geht enttäuscht.
Wer nie eine der Fassungen angefasst hat, kommt über die gute Seite dieser Teilung hinein: ohne Vergleich bleibt ein taktisches Strategiespiel, mit Saisonmodus und Arena, um das Format zu wechseln, ohne die Sammlung von Grund auf neu aufzubauen. Wer die ältere Beta gespielt hat, die dem Neustart vorausging, erkennt vielleicht nicht wieder, was das Spiel beim ersten Mal besonders machte — und das ist die eigentliche Entscheidung: nicht, ob das Spiel gut ist, sondern ob es dasselbe Spiel ist, das diese Person sucht.