Foretales: Ein Kleinganove entscheidet, ob die Welt ihre Rettung verdient
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Der Text, der in Foretales jede Karte trägt, ist nie auf Portugiesisch erschienen – und daran scheiden sich selbst die Geister derer, die das Spiel am lautesten empfehlen.
Eine Weltuntergangsuhr in den Händen eines Kleinganoven
Ein Fluch verwüstet das Königreich, und die verbliebene Hoffnung heißt Volepain – ein Kleinganove, der mehr Schulden als Mut mit sich herumträgt. Die Spinnerin hat ihren Kindern, den Nymphants, jene Instrumente in die Hand gegeben, mit denen sich Welten erschaffen und vernichten lassen. Wer spielt, hat die Wahl: den wahren Plänen dieser Kinder und des Kults um sie herum nachzugehen – oder alles im Mahlstrom versinken zu lassen. Die Uhr des Weltuntergangs zählt die Stunden, und viele sind es nicht mehr.
Jede Entscheidung läuft über Karten: Sie führen durch die Erkundung, treiben die rundenbasierten Kämpfe an und bestimmen den Lauf der Geschichte, deren Ende sich je nach eingeschlagenem Weg ändert. Den Soundtrack hat Christophe Héral geschrieben, der Komponist von Rayman und Beyond Good & Evil, und erzählt wird das gesamte Spiel von Travis Willingham, der Stimme aus Critical Role und The Legend of Vox Machina.
Eine Sicherheitswarnung legte das Spiel für einige Tage still
Am 7. Oktober 2025 wandte sich das Studio Alkemi mit einer Warnung an die Spielerschaft: Eine Sicherheitslücke rund um die Unity-Engine mache es ratsam, das Spiel vorerst nicht zu starten, solange an einer Lösung gearbeitet werde. Am 10. Oktober folgte die Entwarnung – das Update behebe das Problem vollständig, Spielen sei wieder sicher.
Vier Kartenstapel, die eine einzige Geschichte erzählen
Wer 113 Stunden mit dem Spiel verbracht hat, im Mai 2023, beschreibt mehrere Stapel, die als ein System zusammenarbeiten: Orte, die die Erzählung vorantreiben; Fähigkeiten, die festlegen, was die Figuren können; Ressourcen zum Verhandeln oder für den Kampf gegen Gegner; und ein weiterer Stapel, um verbrauchte Karten zurückzuholen. Erst dieses Ineinandergreifen gibt dem Ganzen das Gefühl eines Brettspiels und nicht das loser Karten.
Die Prämisse überzeugt schnell: Ein Spieler, der mit 1 Stunde im Oktober 2023 kaum angefangen hatte, sprach bereits davon, tiefer in die Geschichte eintauchen zu wollen. Am anderen Ende der Welt fand jemand, dem Armello fehlte, in Foretales einen ebenbürtigen Ersatz – nach 8 Stunden Spielzeit im September 2026.
Nach dem ersten Durchgang verliert genau diese Kraft an Schwung. Einem chinesischen Spieler mit 13 Stunden Spielzeit im September 2026 fiel das schon in der zweiten Partie auf. Ein anderer, mit 5 Stunden im selben Monat, sieht es ähnlich: Die erste Reise fesselt, doch die Figuren wachsen von einem Anlauf zum nächsten nicht, und der zweite und der dritte Durchgang wiederholen Schauplatz und Situation – der Ausweg bestehe darin, die Wiederholung gleich mit einem Guide an der Seite anzugehen. Wer weiter vordrang, mit 17 Stunden im September 2026, stieß auf eines der härtesten Enden des Spiels und sprach trotz allen Ärgers über das Ergebnis weiter eine Empfehlung aus – das Problem liegt für diese Person im Ausgang, nicht im Weg dorthin.
Verkauft in Reais, ohne eine Zeile Portugiesisch
Und auf Steam, wo das Spiel verkauft wird und woher fast alles stammt, was an Meinungen dazu festgehalten ist, zielt der härteste Einwand nicht auf die Karten, sondern auf die Sprache. Ein brasilianischer Spieler beklagt nach 3 Stunden im September 2026, dass ein textbasiertes Spiel, das im Land vertrieben und in Reais bezahlt wird, nie eine portugiesische Fassung bekommen hat – und gab ihm deshalb den Daumen nach unten.
Dasselbe Unbehagen klang schon in einer wohlwollenden Rückmeldung an: Jemand, der im Oktober 2023 1 Stunde spielte, empfahl das Spiel, nannte das fehlende Portugiesisch aber als den Punkt, der am schwersten dagegen wiegt. Ein russischer Kritiker, der den Start sehr lange verfolgt und im September 2026 2 Stunden gespielt hatte, kam auf die Sprachfrage gar nicht erst zu sprechen: Das Kartensystem erschien zu simpel, das Tempo zu langsam – eine Enttäuschung nach so langem Warten. In beiden Fällen trifft es das Umfeld des Spiels – die fehlende Übersetzung, die nicht erfüllte Erwartung – und nicht das, was die Karten leisten, sobald jemand sie lesen und spielen kann.
Für alle, die Englisch lesen und ihre Entscheidungen in Ruhe treffen
Foretales lohnt sich für alle, die Abenteuer in Kartenform mögen und mit Englisch keine Mühe haben – für Spielende auf Portugiesisch, die nie eine andere Option auf dem Bildschirm hatten, ist die Sprache zum Grund für einen Daumen nach unten geworden. Es lohnt sich ebenso für alle, die das Spiel gern noch einmal auf dem Weg durchlaufen, den sie beim ersten Mal ausgelassen haben, und die wissen, dass die rundenbasierten Kämpfe und das Erkunden der Stapel die Geschichte durchgehend tragen.
Nichts für Leute, die portugiesischen Text brauchen, um einer Handlung zu folgen: Den gab es hier nie, und wer das bemängelt hat, nahm es ernst genug, um das Spiel deswegen durchfallen zu lassen. Und nichts für Leute, die vom zweiten und dritten Durchgang dieselbe Entdeckung erwarten wie vom ersten – wer allem nachging, was das Spiel zu erzählen hat, fand nach der ersten Runde Wiederholung statt Neues.