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Bounty Train steckt seit 2016 im Early Access

GOG
ENDETE AM 5. OKTOBER

Es wird nicht mehr verschenkt · es kostet wieder 9,99 US$

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Diese Seite bleibt als Eintrag dessen, was verschenkt wurde.

Die Verfügbarkeit kann je nach Region unterschiedlich sein.

Zwischen denen, die den waffenstarrenden Zug verteidigen, und denen, die jedem davon abraten, geht der Streit immer um dasselbe System: den Kampf.

Ein Baustellenschild, das niemand aktualisiert hat

Bounty Train erschien am 16. August 2016, und laut dem Shop, der es vertreibt, hat das Spiel den Early Access nie verlassen. Für einen Titel, der längst Rückmeldungen von Spielern der Startphase und von Nachzüglern gesammelt hat, wirkt dieses Schild seltsam: Der Shop kündigt eine Baustelle an, wer einsteigt, findet dagegen einen abgeschlossenen Simulator mit Anfang, Mitte und Ende.

Schauplatz ist der Wilde Westen im ausgehenden neunzehnten Jahrhundert: echte Städte des amerikanischen Westens, durch Schienen miteinander verbunden. Man erbt einen Teil der Eisenbahnaktien des Vaters und zieht los, um die Mehrheit der Anteile zu bekommen; gleichzeitig baut man seinen eigenen Zug Stück für Stück zusammen — Panzerung, Waggons, improvisierte Bewaffnung — und entscheidet von Stadt zu Stadt, ob ein Problem mit Reden, mit Bestechung oder mit Blei gelöst wird. Die Kampagne verläuft nicht linear: Man kann eine von vier Fraktionen vertreten und mitten im Spiel die Seiten wechseln, und die Vertreibung der indigenen Völker zu verhindern gehört zu dem, was die Geschichte aufs Spiel setzt — wie das ausgeht, steht hier nicht.

Hinter dem Projekt steht Corbie Games, den Vertrieb übernahm Daedalic Entertainment. Offiziell laufen die Genre-Angaben auf Strategie, Simulation und Story hinaus — Schlagworte, die niemanden auf die tatsächliche Mischung vorbereiten: Schienenhandel mit Routen und Fracht, taktische Schießereien, wenn Banditen den Zug überfallen, und diplomatische Entscheidungen, die die politische Landkarte zwischen den Fraktionen neu zeichnen.

Wer es liebt, liebt es mit offenen Augen

Wer für Bounty Train eintritt, beginnt fast immer damit, einen Vorwurf zu beantworten, den dort niemand erhoben hat: Man habe die Klagen gelesen und sei trotzdem eingestiegen. Einer dieser Spieler wagte sich 2023 an den Titel, verglich ihn mit anderen Taktik- und Handelsspielen, die er schon kannte, und war am Ende überzeugt, dass die Balance sich seit den frühen Rückmeldungen verbessert hatte; im selben Text verlangte er mehr Inhalt für die Kampagne.

Ein anderer Bericht, vom April 2017, beschreibt ein Spiel mit mehr Tiefe, als der erste Blick vermuten lässt: ein Transportsimulator, der sich nach einigen Stunden fast in einen Charakterbogen auf Rädern verwandelt — auf der einen Seite ein leichter, schneller Zug, auf der anderen eine langsame, gepanzerte Festung, und diese Wahl prägt den Rest der Partie. Der hohe Schwierigkeitsgrad kam nicht als Klage vor, sondern als Lob. Derselbe Bericht gibt zu, die Kampagne dreimal neu angefangen zu haben, um einen Weg zum Sieg zu finden, und zählt das zur Herausforderung, nicht zu den Mängeln.

Der jüngste Eintrag in der Rückmeldungs-Historie, vom November 2025, bringt diese Treue mit Vorbehalten auf den Punkt: Lob für den Soundtrack, für die Zufallsbegegnungen am Weg und für das Wachsen der Besatzung, dazu das Eingeständnis, dass die Bedienung noch genauso hakt, wie Jahre zuvor beklagt, dass gespeicherte Partien gelegentlich weiterhin kaputtgehen und dass ein großer Teil des Geldes aus dem Abfahren derselben Routen stammt. Am Schluss stand keine Warnung, sondern ein Ja — allerdings eines für Leser, die schon wissen, worauf sie sich einlassen.

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Die Schießerei, die niemand verteidigt

Der meistgelesene Text über Bounty Train kommt nicht von jemandem, der das Spiel gehasst hat, sondern von jemandem, der es zu lieben schwört und trotzdem vom Kauf abrät. Geschrieben im Januar 2020, nennt er das Konzept faszinierend und das Spielgefühl im Kern süchtig machend; das Problem liegt dem Bericht nach in Dutzenden kleiner Entscheidungen der Bedienoberfläche, die jeden Fehlklick zu einem endgültigen Urteil machen, weil die automatische Speicherung den schlechten Zustand festschreibt, ohne eine Möglichkeit zur Korrektur zu lassen.

Die Klage kehrt in verschiedenen Formen wieder, das Muster bleibt dasselbe: Ein Überfall stellt einem ein kleines Heer gegenüber, während die Mannschaft des Spielers kaum einen Waggon füllt; und das Gefühl, das jemand Mitte 2018 beim Spielen beschrieb, lautet so — die Verantwortlichen hätten versprochen, dieses Gleichgewicht nachzujustieren, und seien danach nicht mehr auf das Thema zurückgekommen.

Ein weiterer Bericht, vom September 2019, schildert eine Sackgasse, die wie ein Witz klingt und keiner ist: ohne Kohle fährt der Zug nicht, ohne Fahrt lässt sich kein Geld verdienen, und ohne Geld lässt sich keine Kohle kaufen. Die Person saß in einer Stadt fest, das Spiel drehte sich im Kreis, kein einziger Zug war mehr möglich.

Was all diese Beschwerden verbindet, ist kein Mangel an Ehrgeiz, sondern das Gefühl eines Projekts, dessen Feinarbeit auf halbem Weg aufgehört hat — genau das Gefühl übrigens, das dem Shop das Baustellenschild gelassen hat, ohne eingetragene Aktualisierung. Die Spielerschaft teilt sich in die, die sich durch die Mängel hindurcharbeiten, und die, die früh aufgeben; und der Unterschied zwischen diesen beiden Reaktionen liegt darin, wie viel jemand erträgt, eine ganze Kampagne an eine schlecht gebaute Entscheidung der Maschine zu verlieren.

Wer einsteigt — und wer an der ersten Station wieder aussteigt

Bounty Train passt zu Spielern, die ein Geschäft Münze für Münze führen mögen und denen es nichts ausmacht, den Krieg anzuhalten, um eine Frachtroute neu zu berechnen: Für diese Sorte Spieler wiegt die Mischung aus Handel, Taktik und Charakterentwicklung die altmodische Bedienung und die Balancefehler auf, die offenbar unrepariert geblieben sind. Es passt nicht zu denen, die ein faires Kampfsystem suchen oder eine Kampagne ohne das Risiko, alles an einen falschen Klick zu verlieren: Für sie wird derselbe Überfall, den ein Routinier mit Rechnen löst, weiterhin wie Glückssache wirken, Kampagne für Kampagne. Das Baustellenschild ist am Ende mehr als eine Shop-Angabe — es ist eine Warnung: Der Zug fährt, aber er schwankt noch.