Survive On The Moon: Auf dem Mond darf niemand stehen bleiben
Ohne Frist: Es bleibt im Katalog, bis der Shop es entfernt.
Bei Steam holen ↗Geholt wird es in deinem eigenen Shop-Konto; Clairo holt es nicht für dich.
Die Verfügbarkeit kann je nach Region unterschiedlich sein.
Die Shop-Seite verspricht automatische Fabriken, die es noch nicht gibt, und wer zum Start dabei war, hat zu schnell gewonnen, um überhaupt Gefahr zu spüren.
Eine Basis, die nicht stehen bleiben darf
Der Shop führt Automatisierung unter den Spielfunktionen auf, weist aber direkt neben dem Eintrag darauf hin, dass dieser Baustein noch nicht verfügbar ist: Das Versprechen, eine Fabrik anzuschalten und sie allein laufen zu lassen, während man erkundet, existiert vorläufig nicht in der Praxis. Das ist eine seltene Form von Ehrlichkeit im Datenblatt — das Verkaufsmaterial selbst beschreibt, was noch zu bauen ist.
Der Rest der Prämisse lässt sich leichter einhalten. Man steckt auf dem Mond fest, am Steuer eines modularen Rovers, der nicht stehen bleiben darf — Stillhalten ist keine Option. Um zu überleben, holt man Reichtum aus dem Mondboden, verarbeitet Regolith und Mineralien zu fortschrittlicheren Teilen und setzt dem Fahrzeug immer neue Module auf — Unterkunft, Labor, Fabrik — und macht es Stück für Stück zu einer Art Festung auf Rädern. Gemeinsam teilen sich maximal vier Personen eine Partie und bauen kooperativ eine Rakete wieder auf, um zur Erde zurückzukehren.
Hinter dem Projekt steht ein kleines Team — Amael, Noé, Françoise und Rani —, den Vertrieb übernimmt Les Industries Lavigne. Das Studio beschreibt die Arbeit als Tribut an die Community der Weltraumsimulationen, inspiriert von echten wissenschaftlichen Prinzipien, und verspricht, dass sich kein Vorteil mit Geld kaufen lässt: Erspielen muss man ihn sich durchs Überleben.
Den Rover in eine fahrende Fabrik zu verwandeln, hat die Person überzeugt, die im Oktober zurückkam
Wer so spielt, erlebt eine Veränderung, die sich leicht beschreiben und schwer aus der Hand legen lässt: Die Basis bleibt nicht am selben Ort, sie fährt. Wer am 5. Oktober nach zwei Spielstunden zum Spiel zurückkehrte, beschreibt das Vergnügen, immer neue Module an den Rover zu hängen — Unterkunft, Labor, Fabrik — und dem Fahrzeug Stück für Stück beim Wachsen zuzusehen, wobei sich jedes Modul wie ein Teil des eigenen Überlebens anfühlt. Mondmaterial zu sammeln und zu fortschrittlicheren Komponenten zu verarbeiten, das gibt dem Spielzyklus für diese Person seine Struktur.
Das ist eine einzelne Verteidigung, kein Chor: Das Publikum von Survive On The Moon ist noch klein, und es teilt sich fast in der Mitte zwischen denen, die das Spiel empfehlen, und denen, die davon abraten. Auch wer lobt, blieb nicht lange — zwei Stunden genügten, um sich ein Urteil zu bilden, Monate nach dem Start zurückzukommen und darüber zu schreiben.
Wer zum Start kam, hatte nach fünfzehn Minuten gewonnen — so war es nicht gedacht
Am 20. April, dem Tag des Starts, erzählen zwei Personen ähnliche Versionen desselben schiefen Endes: Sie stiegen in die Partie ein, bauten die Rakete zusammen und kehrten in weniger als fünfzehn Spielminuten zur Erde zurück. Einer sah eine Waffe gegen Asteroiden in der Gegenstandsliste, fand aber nie eine verfügbare — die Bedrohung, die all die Bewegung rechtfertigen würde, trat nie auf. Derselbe Spieler beschreibt einen Fehler, mit dem sich derselbe Rohstoff vervielfachen ließ, indem man nach dem Herstellen eines Gegenstands mehrmals auf den Sammelknopf drückte; der andere vermutet, mehr Vorräte erhalten zu haben als vorgesehen. Keiner von beiden fand auf dem Weg zur Rakete echten Widerstand — und ohne Widerstand fehlt der Grund weiterzuspielen.
Wer einige Tage später dazukam, am 26. April, mochte die Idee, fand das Herstellungssystem aber zu einfach, ohne echte Entscheidungen, und berichtet, einmal ohne Sauerstoff dagestanden zu haben: Selbst nach dem Auffüllen des Tanks sank die Lebensenergie weiter, ohne jede Möglichkeit zu heilen. Das Versprechen dieser Person lautet, zurückzukommen, wenn das Studio weiter nachbessert und den Herstellungsbaum ausbaut.
Am 13. Mai bestätigt ein weiterer Bericht — dieser auf Französisch, nach zwei Spielstunden —, dass die Probleme nicht am ersten Tag geblieben sind: Das Spiel läuft insgesamt gut, doch wer den Rover zu schnell bewegt, fährt durch die Kulisse hindurch, und ein gestapelter Rohstoff belegt mehrere Plätze und bremst den Fortschritt. Die Empfehlung lautet vorläufig: keine Empfehlung.
Für alle, die die Geduld haben, zusammenzubauen, woran das Spiel selbst noch baut
Survive On The Moon verlangt Geduld an zwei verschiedenen Fronten. Die erste gilt dem Spiel selbst: Die Automatisierung, die der Shop als Teil des Überlebenszyklus verspricht, ist in derselben Funktionsliste als noch nicht verfügbar markiert — wer eine Fabrik anschalten und sie beim Erkunden allein laufen lassen will, findet vorläufig nur Handarbeit. Die zweite gilt den Fehlern, die sich vom Start in den Mai hinein gezogen haben: eine Fortbewegung, die durch die Kulisse hindurchführt, Rohstoffe, die blockieren oder sich vervielfachen, und keine funktionierende Waffe gegen die Bedrohung, die der Name des Spiels selbst ankündigt.
Wer für beides Geduld hat — und möglichst Gesellschaft für eine Runde zu mehreren, denn auf das Kooperative für vier Personen setzt das Projekt —, findet einen modularen Aufbauzyklus, den wenigstens eine Person gut genug fand, um Monate nach dem Start zurückzukehren. Wer die Überlebensenge sucht, die die Prämisse verspricht, mit echtem Risiko und einer Bedrohung, die etwas abverlangt, beendet die Partie viel zu schnell und ohne richtig zu verstehen, warum.