Prototypers: Auf beiden Seiten des Krieges steht dieselbe taktische Einheit
Ohne Frist: Es bleibt im Katalog, bis der Shop es entfernt.
Bei Steam holen ↗Geholt wird es in deinem eigenen Shop-Konto; Clairo holt es nicht für dich.
Die Verfügbarkeit kann je nach Region unterschiedlich sein.
Ein Echtzeitstrategiespiel darüber, zerstörten Maschinen die Teile abzureißen und Wände hochzuklettern, um den Gegner über die Klippe zu stoßen — und über einen Shop, der es beharrlich als Spiel für die Virtual-Reality-Brille einordnet.
Zwei Versionen derselben Maschine, nur ein Krieg
Eine fremde Armee kommt in Prototypers nicht vor. Auf beiden Seiten der Karte steht dasselbe Fließband: Der Spieler übernimmt die Experimentelle Taktische Einheit Nr. 02, ausgeschickt, um Einheit Nr. 01 zu stoppen, die sich gegen ihre Schöpfer gewandt hat. Es ist ein Tauziehen zwischen Geschwisterprototypen, nicht zwischen Nationen — kein unbekannter Gegner, den man studieren müsste, sondern eine Kopie von sich selbst, die eingedämmt werden muss.
Das ganze Spiel dreht sich darum, Rohstoffe abzubauen und Truppen ohne Wartezeit aufzustellen: Gebaut wird augenblicklich, und was den Vormarsch bremst, ist die richtige Zusammenstellung für den jeweiligen Gegner — Panzer, Flugabwehr und Bomber decken sich gegenseitig in einem Schere, Stein, Papier ab, das mit jedem Gefecht wechselt. Teile zerstörter Einheiten landen wieder auf dem Feld, als Munition für den, der sie zuerst einsammelt. Und die Karte ist nicht flach: Die Einheiten klettern Wände und Decken hoch, bahnen sich einen Weg durch Höhlen und stoßen den Gegner in Abgründe — dieselbe Masche führt die künstliche Intelligenz gegen den Spieler aus.
Herausgebracht hat Full_Row das Spiel am 12. Juli 2022 selbst und verantwortet Entwicklung und Vertrieb zugleich — kein Publisher, der sich Lob oder Schuld teilen würde. Im Shop-Eintrag steht es allerdings unter den Virtual-Reality-Exklusivtiteln, ein Etikett, das zu einem Spiel für den Controller in der Hand schlecht passt. Die Reibung zwischen diesen beiden Arten zu spielen zieht sich durch die Update-Geschichte des Studios selbst.
Zwei Jahre Feinarbeit zwischen Controller und Brille
Die Update-Pinnwand des Studios spricht nicht von Rabatten, sondern von Reparaturen, und sie folgt immer demselben Muster. Erst kam die Unterstützung für Virtual Reality; in den Updates danach kamen die Flicken für alle, die weiter ohne das Gerät spielten — den Desktop-Modus korrigieren, die Sicht anpassen, einen Bildschirmhinweis reparieren, der nicht richtig erschien. Das Studio hat das Spiel in die eine Richtung geschoben und musste dann hinterherlaufen, um die andere nicht zu verlieren.
Zu spüren bekamen das auch die, die einfach am gewöhnlichen Bildschirm spielen wollten. Ein Spieler mit zwei registrierten Stunden berichtete im August 2024, der Shop selbst habe darauf bestanden, die Virtual-Reality-Brille sei zum Starten des Spiels Pflicht — und der Versuch, es ohne sie zu starten, habe sich aufgehängt. Der Einstieg gelang erst über einen technischen Umweg abseits des offiziellen Installationswegs. Es ist ein Controller-Spiel, das das eigene Schaufenster in eine Brille drängt, nach der niemand gefragt hat.
Was selbst die überzeugt, die nur kurz hineingeschaut haben
Gespielt wird es wenig, und auf Steam, wo es verkauft wird, schreibt auch kaum jemand darüber — doch die wenigen Urteile dort neigen zur Empfehlung. Wer Prototypers lobt, lobt die Karte, nicht die Handlung. Das Klettern über Wände und Decken, der Gegner, der die Klippe hinunterstürzt, die Teile, die durch die Luft fliegen, wenn eine Einheit explodiert — das bleibt nach der Partie hängen, so erzählen es die Spielenden. Ein Text vom Januar 2023, mit sieben registrierten Stunden, erwähnt den Sieg nicht einmal: Er bittet um Nachbesserung und schlägt autonome Lastwagen und eine höhere Kameraperspektive vor — die Art von Detail, die nur auffällt, wenn man weiterspielt.
Selbst der zwiespältigste Text der Runde bestätigt die optische Stärke. Ein Spieler mit zwei Stunden — derselbe, der die Virtual-Reality-Pflicht umgehen musste — nennt das Spiel im August 2024 schön und findet es unterhaltsam, eine große Armee zusammenzuballen, auch wenn die Klage dabei lautet, die sechs oder sieben Missionen wiederholten dieselbe Aufgabe in anderen Landschaften. Es ist ein Lob mit Preisschild: Die Kunst überzeugt, bevor die Wiederholung müde macht.
Eine verlorene Einheit ist hier vielleicht für immer verloren
Die Liste der Beschwerden ist lang und konkret. Ein Spieler mit nur einer registrierten Stunde beschreibt im Juli 2022, direkt zum Start, einen Transportlastwagen, der nach einem Verlust nicht wiederkommt — und ohne ihn kommt der Vormarsch zum Stehen. Dazu kommen eine künstliche Intelligenz, die unaufhörlich bombardiert, sobald sie den Spieler ein einziges Mal erspäht hat, eine wackelige Kamera, Türme und Sammler, die das Rückgrat einer Verteidigung sein sollten, dafür aber viel zu schnell sterben, und Rohstoffteile, die von der Karte verschwinden, bevor sie eingesammelt werden. Trotzdem erkennt derselbe Text ein Konzept mit Potenzial.
Ein Spieler mit vier Stunden nennt im März 2025 den Grund: Die Optik verspricht mehr, als das System einlöst, so sehr, dass sie an ein Studentenprojekt erinnert. Echtzeitstrategie verlange keine aufwendige Technik, heißt es dort, sondern sorgfältige Balance — genau den Feinschliff, der hier fehlt. Ein dritter Text vom August 2022, ohne eine einzige Stunde auf dem Zähler, fasst die Hürde für alle zusammen, die nur die Steuerung verstehen wollten: Es gibt keine Anleitung zum Spielen, und das genügte schon für eine Ablehnung.
Für alle, die klettern wollen, nicht für alle, die Balance suchen
Das Tauziehen zwischen den beiden Versuchseinheiten taugt für Leute, die Gelände lieber mögen als Werttabellen: Die Befriedigung liegt hier darin, eine Wand hochzuklettern, über eine Decke abzukürzen und einen Schwung Einheiten an den Rand eines Abgrunds zu drängen, nicht darin, ein ausgeglichenes Duell zu gewinnen. Es taugt für Leute, die mit dem Controller in der Hand spielen, wie das Studio selbst es empfiehlt, und die hinnehmen, dass eine verlorene Maschine — der Lastwagen, der Turm, der Sammler — nicht zurückkehrt: Das gehört zur Abmachung und ist kein Fehler, über den hinwegzusehen wäre, wenn man sich schon zum Bleiben entschieden hat.
Es taugt nicht für Leute, die im Spielen lernen wollen: Ohne Anleitung zum Spielen wird die erste Sitzung zu Versuch und Irrtum gegen eine künstliche Intelligenz, die niemanden verschont. Und es taugt nicht für Leute, die nur einen Desktop-Rechner haben und mit dem eigenen Shop nicht verhandeln wollen, um das Spiel zu öffnen — diese Hürde taucht auch nach der versprochenen Reparatur noch auf, wenn jemand von außerhalb der Virtual Reality kommt. Wer sie übersteht, findet eine Karte, die den Aufstieg wert ist; wer nicht, erfährt es nie.