Gravitas: die tödliche Galerie mit einem Kurator, der nicht aufhört zu reden
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Der würfelförmige Kurator, der jeden Raum kommentiert, spaltet die Spieler: für die einen ist er der beste Gag der Galerie, für die anderen der Grund, das Spiel zu deinstallieren.
Eine Galerie, in der die Kunst dich töten will
In der Galerie der verbesserten Gravitation — der GORG — werden die Werke nicht aus der Ferne bewundert: Sie reagieren, sobald sich die Physik unter deinen Füßen umdreht. Gravitas ist ein Puzzle- und Plattformspiel aus der Ich-Perspektive, das dich in diese fiktive Galerie wirft und nur eines verlangt: die Gravitation umzukehren, zu drehen und umzuleiten, um Räume zu durchqueren, die wie Museumsfallen aufgebaut sind.
Durch den Besuch führt der Kurator, eine exzentrische Gestalt, die jeden Raum und jedes einzelne der tödlichen Ausstellungsstücke darin begleitet. Seine Forderung ist unmissverständlich: Beweise, dass du ein würdiger Schüler der Werke bist, die er selbst aufgebaut hat, indem du die verschiedenen Würfel der Galerie und die Gravitationskräfte nutzt, die jeder von ihnen freisetzt, um den Gefahren zu entkommen, die seine Kuratierung auf dem Weg platziert hat.
Von der Masterarbeit zur tödlich möblierten Galerie
Gravitas entstand als Masterprojekt der Galaxy Shark Studios, eines 14-köpfigen Teams. Die Gruppe hatte diese Arbeit drei Jahre früher begonnen, noch an der Universität, inspiriert von Spielen, die das Studio nach eigenen Worten geliebt hat. Veröffentlicht wurde es am 23. August 2019, direkt auf Steam, wo das Studio den Titel auch vertreibt. Nach der Schilderung des Studios selbst war die Veröffentlichung die Gelegenheit, diese Arbeit endlich mit mehr Menschen zu teilen — der Beweis, dass aus der Seminarübung ein echtes Spiel geworden war.
Der Portal-Vergleich, der zugleich ein Lob ist
Wer Gravitas mochte, kommt meist auf denselben Vergleich: Das Spiel erinnert an Portal, und mehr als eine Rezension dachte zudem an The Stanley Parable. Das ist keine Klage, sondern der Maßstab, mit dem diese Leute sagen, dass die Rätsel funktionieren und dass eine Stimme, die jeden Raum kommentiert, ein Treffer war und keine Zierde. Ein Spieler hatte es in zwei Stunden durch. Seine am 13. September 2026 veröffentlichte Rezension sagt, es gebe keinen einzigen Grund, das Spiel links liegen zu lassen — vor allem nicht für alle, die Rätsel mögen.
Am 8. September 2026 hatte ein anderer Spieler die Erfahrung bereits mit Portal verglichen und die Erzählung gelobt, auch wenn er das Spiel etwas grober fand als sein Vorbild. Eine Rezension vom 26. August 2026 ging weiter: Der Verfasser hatte schon mehr als vier Stunden gespielt und nannte den Würfel-Kurator selbst genial in der Gestaltung der Rätsel; manche Lösungen seien so treffsicher, dass sie ans Absurde grenzten — die Art von Bemerkung, die nur von jemandem kommt, der das ganze Spiel beendet hat.
Selbst diese Gruppe erkennt den Preis an. Ein Spieler mit zwei Stunden Spielzeit brachte das allgemeine Unbehagen auf den Punkt: Das Spiel erinnere an Portal und The Stanley Parable, aber der Kurator rede zu viel. Die Rezension erschien am 6. September 2026, und der Einwand ändert nichts am Urteil — für diesen Spieler wiegen die Rätsel das Zuviel auf.
Derselbe Würfel, jetzt aus Sicht derer, die ihn verabscheuen
Wer es nicht mochte, zeigt auf dieselbe Figur, die die Fans loben. Ein Spieler berichtete, er habe das Spiel allein wegen des Würfels deinstalliert, der ihm unaufhörlich ins Ohr redete, ohne zu wissen, ob diese Stimme je verstummt. Die Rezension stammt vom 23. November 2020. Der Verfasser hatte gerade einmal eine Stunde gespielt. Ein anderer fand in einer Rezension vom 9. Januar 2021 alles verwirrend, mit wenig zu tun und einer Ich-Perspektive, die so nah am Geschehen war, dass sie unangenehm wurde.
Der Portal-Vergleich, der der einen Seite als Lob dient, wird der anderen zum Vorwurf. Eine Rezension vom 10. Juli 2024 sagt, das Spiel kopiere die Struktur, ohne den Charme des Originals zu erben, und weist obendrein auf Leistungsprobleme hin. Die Rezension vom 31. August 2019 fällt noch härter aus: Sie spricht von technischen Mängeln und sagt, das Spiel versuche, Portal nachzuahmen, ohne die Grundlagen zu treffen.
Nicht jede negative Stimme ist bloße Beschwerde. Eine Rezension vom 30. September 2021 erzählt, obwohl als nicht empfohlen markiert, eine andere Geschichte: Der Verfasser kam skeptisch, erwartete wenig vom Spiel und ging überzeugt heraus. Er hatte es in drei Stunden durch, mehr als den angekündigten zwei, und hob zudem hervor, dass das Spiel selbst auf einem schwachen Rechner gut lief.
Wer den Kurator aushält, hält die ganze Galerie aus
Gravitas verlangt etwas Bestimmtes: Geduld mit einer Stimme, die jeden Raum ohne Unterlass kommentiert. Wer diese Art von Gesellschaft mag — den ständigen Kommentar, den sarkastischen Kuratoren-Humor, dieselbe Formel, die manche an Portal und The Stanley Parable denken ließ — findet hier eine Handvoll gut durchdachter Stunden mit Rätseln, die zum Nachdenken zwingen, ohne sich über Gebühr zu ziehen. Wer Erzähler in einem Plattformspiel schon leid ist oder eine längere Kampagne erwartet, stößt auf denselben Vorwurf wie jene, die aufgaben: Der Würfel redet zu viel, und die Galerie ist zu klein, um das aufzuwiegen. Die Entscheidung dreht sich nicht um das Genre. Sie dreht sich darum, ob man den erträgt, der einen begleitet.