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Frosty Kiss: ein Abschiedskuss für alle, die Everlasting Summer durchgespielt haben

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Ein paar Minuten mit den Mädchen aus dem Ferienlager Sovyonok zum Jahreswechsel: reichlich Zeit für alle, die diese Figuren längst ins Herz geschlossen haben, und fast keine für alle, denen diese Erinnerung fehlt.

Ein Silvesterabend, geborgt aus einem anderen Spiel

Ein Jahr ist vergangen, seit Semyon aus dem Ferienlager Sovyonok zurückkehrte und die Mädchen von dort im echten Leben wiedertraf. Der Jahreswechsel steht bevor, und das Wiedersehen, das er verspricht, dauert so lange wie ein Kuss — klein genug, um in eine einzige Nacht zu passen, und groß genug, wie es die Beschreibung des Spiels verspricht, um ein Gefühl in der Brust zurückzulassen, wenn die Feier vorbei ist.

In den Texten derer, die es gespielt haben, fällt immer wieder derselbe Begriff: Visual Novel. Ein kurzes Stück, in Minuten gemessen, nicht in Stunden. Wer die Sache gestoppt hat, kam auf zwischen 5 und 10 Minuten, je nach gewählter Route und Lesetempo. Der Weg verzweigt sich nach Mädchen — Lena, Masha, Ulyana, Alisa, Slavia — und jede Entscheidung endet in einem anderen Abschied.

Während der Soundtrack erschien, war der Kopf schon beim nächsten Projekt

Die Ankündigungspinnwand des Studios erzählt eine Geschichte des Übergangs, nicht die Hintergründe dieses einen Spiels. Am 19. Januar 2017 veröffentlichte das Studio die offizielle Ankündigung einer neuen Arbeit mit dem Namen Last Call, die es selbst als das größte Projekt des Teams beschrieb, samt Werbegrafiken und der Einladung, die Kampagne zum Start zu unterstützen. Hinter der Ankündigung steht dieselbe Unterschrift, die auch im Datenblatt dieses Spiels vermerkt ist: 2Chance Projects.

Der Soundtrack von Frosty Kiss erreichte den Shop erst Monate später, veröffentlicht am 9. Mai desselben Jahres — und zu diesem Zeitpunkt lenkte das Studio die Aufmerksamkeit bereits auf den nächsten Titel, mit Teasern zu einem geheimnisvollen Herrn Greenlight. Der klangliche Anhang dieses Spiels kam also als später Schlusspunkt unter ein Kapitel, das die Mannschaft selbst offenbar längst abgeschlossen hatte.

Wer die Figuren längst liebt, verzeiht dem dünnen Drehbuch

Wer in verschiedenen Sprachen darüber schreibt, kommt mit eigenen Worten zum selben Schluss. Eine Person mit 2 aufgezeichneten Stunden empfahl das Spiel im August 2026 ausdrücklich denen, die Everlasting Summer durchgespielt und daran Gefallen gefunden haben. Eine andere, mit 1 Stunde, schrieb im September 2026 darüber, wie es sich anfühlt, sich an einem kalten Abend hinzusetzen und Leute wiederzusehen, die man vermisst — dieselben Namen, dieselbe kleine Wohnung, nur mit mehr Lebenszeit auf beiden Seiten des Bildschirms. Sie habe alle Enden durchgespielt, schrieb sie, um sich noch nicht verabschieden zu müssen.

Nicht jedes Lob ist bequem. Ein Text vom Juli 2025, mit 1 aufgezeichneten Spielstunde, nennt die Romanze flach und den Hauptcharakter blass — und spricht trotzdem eine Empfehlung aus, weil die Grafik den Charme des Originalspiels bewahrt hat und weil der Versuch für Erfolgsjäger nichts kostet. Ein anderer, von 2016, mit 2 vermerkten Stunden, wird noch deutlicher: Der einzige Grund für den Daumen nach oben sei, dass dafür nichts bezahlt wurde; die Übersetzung stecke voller Fehler und biete kein Portugiesisch an; dazu kämen Abstürze, darunter eine Speichern-Schaltfläche, die das Spiel dem Bericht zufolge beim Benutzen zerstört. Was Frosty Kiss rettet, ist nicht das Drehbuch, sondern die Lust auf ein paar Minuten mehr mit Leuten, die man als Spieler schon mochte.

Ein Text vom September 2017, mit 1 vermerkten Stunde, erkennt Gesichter wieder, die aus dem Originalspiel zurückkehren — Mädchen wie Yulya und Zhenia werden nur im Vorbeigehen erwähnt — und vermisst eine bestimmte Figur: Viola, die erneut außen vor bleibt. Das ist die Art von Detail, die nur bemerkt, wer sich in diesem Universum schon bewegt hat, und genau für diese Person wurde Frosty Kiss geschrieben.

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Ohne diese Erinnerung angekommen — und ohne Draht zum Spiel

Die einzige ablehnende Stimme in der Akte stammt vom September 2026, von jemandem mit 1 Spielstunde. Die Person sei mehr oder weniger zufällig über den Titel gestolpert — genau der Platz dessen, der ein Spiel ohne Kontext öffnet: Zuerst stellt man die Sprache um, weil es auf Russisch startet, und erst danach merkt man, dass die Feier zwischen Leuten längst läuft, die man gerade erst kennengelernt hat. Die Geschichte selbst gefiel ihr nicht: kein Haken, kein Sog. Sie räumt ein, dass das Spiel als kurzer Zeitvertreib hält, was es verspricht, und unterwegs sogar ein paar leichte Erfolge verteilt, schließt aber damit, dass es für sie nicht mehr war als das. Eine einzelne Stimme: Unter denen, die über das Spiel geschrieben haben, sind Gegenstimmen wie diese selten.

Für die Rückkehrer, nicht für Neuankömmlinge

Frosty Kiss macht kein Geheimnis daraus, für wen es geschrieben wurde: für alle, die Everlasting Summer abgeschlossen haben und ein paar Minuten mehr mit Semyon, Lena, Masha, Ulyana, Alisa und Slavia wollen, ein letztes Winken in dieses Universum hinein. Für sie ist das dünne Drehbuch eine Nebensächlichkeit neben dem Wiedersehen. Wer ohne dieses Gepäck kommt, dem bleibt eine kurze Visual Novel mit holpriger Übersetzung und einer Speichern-Schaltfläche, die mindestens einem Spieler das Spiel schon zerschossen hat — Grund genug, sich zuerst nach einem anderen Titel umzusehen und zu diesem zurückzukehren, wenn man das Original kennt.