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Drift86: dasselbe Driftsystem, das die einen fesselt und die anderen ausbremst

STEAM
ENDETE AM 28. SEPTEMBER

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In einer Sprache nach der anderen wiederholt sich dieselbe Szene: Der Wagen gehorcht den einen und rutscht den anderen unter den Händen weg. Der Unterschied liegt nicht am Spiel, sondern an den Händen am Lenkrad.

Ein Drift, den man lernt – oder eben nie

Eine türkische Rezension bringt die Lernkurve in einem einzigen Satz unter: Die Logik des Driftens sitzt nach zehn, zwanzig Minuten im Kopf, und von da an geht der Rest des Spiels bergab. Bei anderen ergibt genau diese Logik nie einen Sinn – ein Wagen, der ununterbrochen rutscht, eine Kamera, die im falschen Winkel feststeckt, eine Kurve, die leicht sein müsste und es nicht ist. Beide Erfahrungen entstehen aus demselben Driftsystem, und auf dieses System setzt Drift86 alles.

Man steigt in seinen Lieblingswagen und fährt dem Rekord hinterher, allein oder in Gesellschaft – der 86 aus dem Titel steht im Zentrum der Ausstattung, daneben mehr als 30 Strecken und mehr als 40 Wagen zur Auswahl. Aneinandergereihte Drifts werden zu Punkten, dazu läuft ein Eurobeat-Soundtrack, der aufs Gaspedal drücken soll, und im Mehrspielermodus lässt sich in Echtzeit mit denen reden, die auf derselben Strecke unterwegs sind.

Lackierungen aus der Community, ein neuer Wagen und ein angekündigter Nachfolger

RewindApp, Studio und Publisher von Drift86, hat das Spiel nach dem Erscheinen am 19. November 2019 mit kleinen, regelmäßigen Updates am Leben gehalten. Wer es seitdem verfolgt hat, sah zusätzliche Strecken in den Paketen DriftMania, Slot Car und Slot Car 2 eintreffen, dazu einen Wagen namens FORF 1965, einen neuen Kamerawinkel und eine ganze Reihe von Lackierungen aus der Community selbst – ein Teil davon gezeichnet von einem Ersteller, der als itsShina auftritt und die Wünsche über den Discord des Spiels sammelte. Jedes Update brachte außerdem eine neue Sprache: Russisch, Türkisch, Portugiesisch und Polnisch kamen in derselben Runde, Französisch in einer weiteren.

Im Dezember 2025 kündigte RewindApp eine direkte Nachfolgerin an: Akina, vom Studio selbst als Erbin von Initial Drift Online und eben diesem Drift86 beschrieben, sollte Anfang des Folgejahres erscheinen – und zum Start auch ein kleines Update für Drift86 selbst mitbringen. Monate später, bei der Vorstellung des elektronischen Soundtracks von Akina, erzählte das Studio, dass das angestaute Publikum die Marke von 80.000 Namen auf der Wunschliste bereits überschritten habe.

Der Lacher inklusive, die Runde kurz, der Wagen klebt

Viele, die das Spiel empfehlen, lachen dabei über die eigene Runde. In einer portugiesischen Rezension vom 25. September, geschrieben von jemandem mit über 59 gespielten Stunden, wird ein betrunkener Überschlag zur Pointe – der Ton ist der von jemandem, dem das Erzählen des Desasters mehr Spaß macht als dessen Vermeidung. Ein russischer Spieler mit gerade einmal 1 Stunde auf der Uhr lobt die Optimierung und empfiehlt das Spiel als Hintergrund für einen Marathon von Verfolgungsjagd-Filmen. Eine spanische Rezension, nach wenigen Minuten Spielzeit verfasst, nennt die Erfahrung unterhaltsam, aber verzichtbar, und rechnet es der künstlichen Intelligenz an, dass der Einzelspielermodus überhaupt trägt – denn, so die schreibende Person, in den Mehrspielermodus kommt kaum jemand.

Ein französischer Bericht klingt ähnlich: Das Spiel ist schlicht und weit von fertig entfernt, erfüllt aber seinen Zweck in einer schnellen Runde unter Freunden, ohne allzu viel Konzentration zu verlangen. Eine italienische Rezension findet das Gameplay gelungen und bittet zum Schluss darum, dass das Studio weiter Updates liefert. Wer auf Türkisch schreibt, fasst den Reiz des Driftsystems und zugleich dessen Grenze zusammen: Die Logik erschließt sich schnell, doch was den restlichen Spaß stört, ist die künstliche Intelligenz, die in den engsten Kurven die Manöverkette des Spielers zerreißt.

6.493 mochten esVery Positive945 nicht

Die Kamera, die sich nicht dreht, der Wagen, der nicht gehorcht

Auf der Seite derer, die abraten, kehrt dieselbe Klage unter wechselnden Namen wieder: Der Wagen rutscht ununterbrochen und reagiert nicht auf die Eingabe. Eine lange deutsche Rezension vom 26. September nennt das Spiel ein misslungenes Projekt – keine schöne Grafik, kein Charakter, kein Soundtrack, der zu retten wäre – und führt das Fahrverhalten als den Mangel an, der alle anderen zusammenfasst: Selbst die einfachste Kurve wird zur Frustration, weil der Wagen nie aufhört zu rutschen. Wer schon einmal versucht hat, einen rutschenden Wagen mit kräftigerem Einschlag aufzufangen, und das Gegenteil des Erwarteten gespürt hat, kennt genau diese Klage. Ein anderer Spieler beschwert sich, dass die Kamera klemmt und sich nicht drehen lässt und dass die Wagen sich weigern, in irgendeine Richtung geradeaus zu fahren.

Es gibt auch die, die dem Spiel treu geblieben sind, ohne es zu mögen: Eine englische Rezension mit 75 erfassten Stunden bezeichnet die Grafik als schlecht und die Steuerung des Wagens als umständlich – und gibt zu, so lange nur den Steam-Erfolgen hinterhergespielt zu haben, nicht aus Vergnügen. Ein türkischer Bericht geht in dieselbe Richtung: Er nennt Handyspiele mit besserer Mechanik als Alternative zu diesem hier, gesteht aber, weiterzuspielen, nur um die Erfolge vollzumachen. Eine weitere Rezension weist auf einen eher technischen Fehler hin: Die Steam-Erfolge rücken nicht von allein vor und lösen sich erst aus, wenn ein zweiter Spieler in der Partie dabei hilft.

Für wen der 86 taugt

Die Trennlinie verläuft nicht bei Grafik oder Preis, sondern beim Driftsystem selbst. Wer sich unter einer guten Sitzung ein kurzes Duell unter Freunden vorstellt, zum Eurobeat, mit Gelächter über das eigene Desaster, bekommt in Drift86 genau das – so, wie es die brasilianische Rezension mit den 59 Stunden nahelegt. Wer dagegen mit dem Wunsch nach präziser Steuerung, freier Kamera und Kurven kommt, die auf die Eingabe reagieren, stößt genau auf das, was die deutsche und die englische Schilderung beschreiben: einen Wagen, der nie aufhört zu rutschen. Und es gibt eine dritte Gruppe, in den Worten fast unsichtbar, in den gespielten Stunden dagegen deutlich sichtbar – die, denen das Fahrverhalten nicht gefällt und die trotzdem weiterspielen, hinter dem letzten offenen Erfolg her.